Keemun

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Keemun Tee

Keemun ist ein schwarzer Tee aus der Anhui-Provinz in China und gehört zu den 10 berühmten chinesischen Tees. Er wird manchmal auch als Qimen oder als Qimen Hongcha bezeichnet. Hongcha bedeutet übersetzt „roter Tee“ und ist die gängige Bezeichnung für schwarzen Tee in Asien. Diese bezieht sich auf den Aufguss und nicht auf das Aussehen der Teeblätter.

Es ist ein leichter Tee mit charakteristischen Steinobst Aroma und leicht rauchigen Noten und einem sanften, malzigen Abgang der an Kakao erinnert. Spitzensorten haben einen orchideenartigen Duft und zusätzliche blumige Noten im Geschmack. Das besondere Aroma kommt vor allem durch das neblige Bergklima zustande, welches direktes Sonnenlicht filtert. Durch die verringerte Sonnenstrahlung werden weniger Theanine in Catechine umgewandelt. Keemun wird deshalb auch nach längerer Ziehdauer kaum bitter.

Geschichte

Keemun wird in der Stadt Qimen der Provinz Anhui produziert. Es ist ein für chinesische Verhältnisse sehr junger Tee. Das erste mal wurde der Tee 1875 von Yu Quianchen hergestellt, nachdem der seinen Job als Beamter verloren und sich der Teeproduktion zugewandt hatte. Er reiste dazu in die Provinz Fujian, um die Geheimnisse der Herstellung von schwarzem Tee kennen zulernen. Der neu produzierte Tee wurde wegen seinem besonderen Aroma schnell populär und wird immer noch für eine Reihe von klassischen Mischungen wie zum Beispiel beispielsweise English Breakfast Tea verwendet. Er beeinflusste massgeblich die Trinkgewohnheit in Europa und verdrängte den grünen Tee als beliebteste Teesorte.

Sorten

  • Keemun Gongfu oder Congou (祁門功夫) - mit sorgfältigem Können (gongfu) hergestellt, um dünne, feste Streifen zu erzeugen ohne diese zu brechen.
  • Keemun Mao Feng (祁門毛峰) - In der Regel keine maschinelle Pflückung, sondern Handpflückung. Trotz der Bezeichnung sind wenige behaarte Blatknospen zu erwarten. Mao Feng bezeichnet hier lediglich den Pflückgrad; eine Knospe und die zwei jüngsten Blätter.
  • Keemun Xin Ya (祁門新芽) - "frische Knospen"; da darf man dann auch eine Frühjahrspflückung mit deutlich reduzierter Adstringenz / Bitterkeit erwarten. In der Regel sind das 2nd oder gar 3rd flushs, also keine wirklich frühen Pflückungen.
  • Keemun Hao Ya (祁門毫芽) - "flaumige Knospen", wobei zwischen zwei Sortierungen unterschieden wird - A und B ('A' ist die höhere Qualität - erstaunlicherweise werden sie tatsächlich mit den lateinischen Buchstaben bezeichnet). Die sind dann auch der Grund für den guten Ruf des Keemun, wobei es da natürlich auch noch kleinere Qualitätsunterschiede gibt, für die es auch optische Anhaltspunkte gibt: zum einen der Durchsatz mit Tips und zum ändern die Farbe, die nicht rein schwarz sein sollte, sondern einen leichten silbrig-grauen Schimmer haben sollte (je deutlicher, desto besser). Wenn man das Bild des oben verlinkten 'Premium' von YS mit dem des Hao Ya 'A' hier vergleicht, wird der Unterschied deutlich. 'Hao Ya' wird im Westen häufig mit 'silvery tips' übersetzt, was Stuss ist - gerade die Tips zeigen eher ein warmes goldbraun.
  • Hubei Keemun (湖北祁門) - unechter Keemun; ist eine Sorte, die aus Hubei westlich von Anhui kommt. Er soll ähnliche Qualitäten besitzen wie echter Keemun aus Anhui.